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DESERTEC - Solarstrom aus der Wüste

Erneuerbare Energien und insbesondere die Solarthermie sind eine feine Sache. Das hat auch die DESERTEC Foundation begriffen, die mit Solarstrom aus der Wüste den Hunger nach Strom insbesondere in Europa decken will. Dabei vertraut Desertec darauf, Solarthermie in einem Solarkraftwerk aus der sowieso fast das ganze Jahr über unter Sonneneinstrahlung befindlichen Sahara im Norden Afrikas zu gewinnen, um den erzeugten solaren Wüstenstrom anschließend durch spezielle Hochspannungsleitungen bis nach Europa transportieren zu können.

DESERTEC Karte Europa Afrika
DESERTEC Infrastruktur in Europa und Afrika. Quelle © DESERTEC Foundation, www.desertec.org | Die roten Quadrate spiegeln die benötigte Fläche und Größe von Solarkraftwerken dar um die Welt oder Europa vollständig mit Wüstenstrom zu versorgen.

Unterstützung für Desertec aus Industrie und Wirtschaft

Die Energiegewinnung durch Kohle oder Öl droht irgendwann im Laufe dieses Jahrhunderts zusammenzubrechen. Aus diesem Grund wurde die Dii GmbH gegründet, die ein Konzept vorlegen soll, das finanzierbare Investitionen im Zusammenhang mit Solarstrom und Solarthermie auf diesem Gebiet aufzeigt. Mit der Studie "Deser Power 2050" stehen nun aktuelle Ergebnisse der Machbarkeit bereit. Zu den Gründungsmitgliedern gehören beispielsweise auch Energieriesen wie E.ON und RWE, so dass das Desertec Konzept und die Energiegewinnung durch Solarstrom in einem Solarkraftwerk durchaus ernst genommen werden sollte. Auch Unternehmen aus Italien, Frankreich und einigen afrikanischen Ländern wie Ägypten und Marokko haben bereits finanzielle Unterstützung für den sauberen Solarstrom zugesichert.

Inzwischen haben sich die Projektpartner Siemens, Bosch Rexroth und die HSH Nordbank wieder aus dem ehrgeizigen Projekt zurückgezogen. Ebenso gaben E.ON und der Baukonzern Bilfinger bekannt gegen Ende 2014 auszusteigen. Die Dersertec Foundation und die Industrie-Initiative der DII GmbH gehen inzwischen getrennte Wege. Angesichts vermehrt auftretender Konflikte und Gas- und Öl-Lieferungen aus instabilen Regionen scheint das Projekt nun aber wieder Fahrt aufzunehmen.

 

 

Technologie und Funktionsweise der Solarkraftwerke

Paradigma Solarthermieanlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser zeigen bereits: Das Prinzip von Solarthermie ist nicht auf den europäischen und afrikanischen Raum beschränkt. Da die Sonneneinstrahlung in den Wüsten offensichtlich am höchsten ist, soll in der Sahara durch riesige Parabolrinnenkraftwerke ausreichend Strom gesammelt werden können, um Verbrauchszentren mit Energie beliefern zu können. Denn in ebenjenen Wüsten selbst leben naturgemäß nur wenige Menschen. Durch den Mangel an natürlichen Ressourcen und die Abhängigkeit von unzuverlässigen Lieferanten wird Solarstrom jedoch in Zukunft in Europa, den USA und auch Asien eine immer größere Rolle spielen. So dass bereits jetzt über die Umwandlung der Sonnenenergie in Solarstrom in einem solarthermischen Kraftwerk nachgedacht wird.

Zu Beginn der ausgelobten Energiewende soll besonders im Nahen Osten und in Nord-Afrika auf Solarthermie gesetzt werden. Erste Solarkraftwerke in Israel, Marokko, Ägypten und Tunesien befinden sich derzeit schon im Bau. Der Eigenbedarf in den angsprochenen Ländern wird durch die Solar-Technologie noch lange nicht gedeckt werden können; langfristig ist jedoch genau dies das Ziel. Durch die Solarthermieanlagen soll so viel Solarstrom erzeugt werden können, dass die genannten afrikanischen Länder und einige im Nahen Osten nicht mehr auf Kohle oder andere fossile Brennstoffe angewiesen sein sollen. Die Energie lässt sich ebenso zur Entsalzung von Meerwasser verwenden und zur Verbesserung der Ertrage aus der Landwirtschaft einsetzen.

Ab 2020 soll dank Desertec schließlich Energie aus einem Solarkraftwerk durch HVDC-Leitungen in Form von Gleichstrom nach Europa und somit auch nach Deutschland transportiert werden. Durch die Solartechnik sollen dann laut den Plänen des beteiligten Konsortiums etwa 15% des gesamten Strombedarfs des Kontinents gedeckt werden.

Solarthermie-Kraftwerk nach Parabol-Prinzip
Parabolrinnenkraftwerk Andasol in Spanien / © Solar Millenium AG

Warum Afrika und nicht in Europa?

Der Grund für die Fokussierung der Gewinnung von Solarstrom auf Afrika ist recht simpel. Erstens bedeutet die dortige Solarkonstante und Globalstrahlung eine herausragende Energiegewinnung durch ein Solarkraftwerk. Zwar gibt es auch in Europa Potential für die Energieerzeugung durch erneuerbare Energien; der dicht besiedelte Kontinent mit wenig freien Flächen macht es jedoch schwer, an vielen Orten Energie erzeugen zu können. Die Sahara Wüste hingegen ist äußerst dünnbediedelt, weist eine hohe Sonneneinstrahlung auf und würde auch von der entstehenden Infrastruktur und neue Arbeitsplätze profitieren . Das Konzept ist natürlich ebenso in alle anderen Wüsten und Breitengraden dieser Welt übertragbar. Die geografische Nähe zu Europa ist ein weiterer Grund, warum sich der Norden Afrikas und der nahe osten für Projekte wie Desertec und die Erzeugung von Solarstrom anbietet.

 

  1. Hohe Solarkonstante und Globalstrahlung.
  2. Große verfügbare Flächen die nicht in Konkurrenz zu Wohnraum oder einer landwirtschaftlich nutzbaren Fläche stehen.
  3. Langristige strukturelle Verbesserung der wirtschaftlichen Situation vor Ort durch neue Arbeitsplätze, Straßen, Energie für Entsalzung.

 

 

Der Umwelt zuliebe?

Es darf nicht vergessen werden, dass Solarstrom aus einem Solarkraftwerk außerdem zu den sauberen Energien zählt. Jedes gewonnene Megawatt an Ökostrom ersetzt ein durch beispielsweise Kohlekraftwerke erzeugtes Megawatt. So werden CO2- Emissionen reduziert, was nachhaltig und langfristig dem Klima des Planeten Erde zugute kommen wird. Durch die gewaltigen Anforderungen an ein solches Projekt werden durch Desertec zudem auch hierzulande wertvolle Arbeitsplätze in der Umwelttechnik oder den Ingenieurswissenschaften geschaffen und eine sehr viel bessere Infrastruktur bereitgestellt werden können. Gerade im Norden Afrikas könnte Solarthermie und der damit verbundene Arbeitsplatz in einem Solarkraftwerk für viele Menschen so zu einer echten Zukunftsperspektive werden.

 

Wüstenstrom: Wie sieht die Zukunft aus?

Die Solarthermie blickt bereits wie kaum eine andere Energiequelle auf eine lange Geschichte zurück: Die thermische Nutzung der Solarenergie wird im Laufe der kommenden Jahrzehnte angesichts der Endlichkeit fossiler Brennstoffe sicherlich eine immer größere Rolle spielen. Konkret für das Desertec Projekt und die beteiligten Firmen des Solar-Konsortiums bedeutet das: Ein Solarkraftwerk in dieser Dimensionierung kostet natürlich Milliarden, welches die Länder und Institutionen zuerst bereitstellen müssen. Da die zu erwartenden Gewinne aus Solarstrom und jedoch die Kosten der Solarthermie-Kraftwerke übersteigen werden, gibt man sich zuversichtlich, bis zum Jahr 2050 etwa 25% des gesamten europäischen Strombedarfs durch Solarstrom von Desertec decken zu können.

 

 

Probleme des Desertec Projekts

Neben der Finanzierungsfrage wird bezüglich des ambitionierten Destertec Projekts zudem über die Speicherung der Solarwärme derzeit rege debattiert. Zur Diskussion stehen beispielsweise riesige Wärmespeicher, die durch eine Befüllung mit einer Art Salzlauge besonders gut zur Wärmespeicherung geeignet scheinen. Diese Speichergröße ermöglicht es auch ohne Sonnenschein Solarstrom zu produzieren und somit starken Schwankungen vorzubeugen.

Der Preis für fossiles Öl sank nach den Spitzen in 2008 wieder deutlich. Infolge milderte das den Druck auf den Umbau hin zu erneuerbaren Energien etwas. Infolge der Reaktor-Katastrophe in Fukushima und die Abschaltung von Nuklear-Kraftwerken erlebt die fossile Stromerzeugung durch Kohle, Öl und Gas derzeit weltweit eine kleine Renaissaince. Das Abspringen wichtiger Initiatoren des Projekts sowie ungeklärte rechtliche Fragen über die Regelung des Stromtransits , beispielsweise der Stromtrassen in Spanien, lassen die Realisierung von Desertec derzeit fraglich erscheinen.

Solar Lexikon