Handwerker suche
Fachbetriebe in Ihrer Region

Paradigma arbeitet mit 900 ausgewählten Fachbetrieben für Heizungen und Solar zusammen. Finden Sie Ihren kompetenten Paradigma Partner vor Ort.

Piezozünder

Das Prinzip des Piezozünders beruht auf dem 1880 von den Brüdern Curie entdeckten Piezoeffekt. Durch die mechanische Verformung der Oberfläche von Kristallen verschiebt sich die Polarisation - es entsteht eine elektrische Ladung. Aus dieser Entdeckung wurde schließlich der Piezozünder entwickelt, der heute in zahlreichen Bereichen zum Einsatz kommt. In der Haustechnik findet der Piezozünder in Gasthermen Verwendung. Der Laie kann den Piezoeffekt am Bernstein beobachten: Wird an der Oberfläche des Bernsteins gerieben, entsteht durch die veränderte Struktur eine Spannung, die sich magnetisch auswirkt. Einige Textilien laden sich durch Reibung elektrisch auf und übertragen die Spannung. Die Entladung ist, sobald ein Gegenstand aus Metall berührt wird, an einem Funken deutlich sicht- und spürbar.

Piezozünder mit Elektrode
Zünd-Ionisationselektrode für Piezzoeffekt

Funktionsweise des Piezoeffekts

Der Piezozünder nutzt den Piezoeffekt, um eine Flamme zu entzünden. Die Technik ist folgende: Im Piezozünder befindet sich eine gespannte Feder. Sobald diese gelöst wird, schnellt ein Stößel vor, der auf einen Kristall schlägt. Dadurch verformt sich die Oberflächenstruktur derart, dass eine Spannung aufgebaut wird. Die Spannung wird an zwei Kontakte aus Metall übertragen - es entsteht ein Funke. Am bekanntesten dürfte der Effekt bei elektrischen Feuerzeugen sein die ohne Feuerstein auskommen. Bei einem Feuerzeug mit dieser Technik entströmt mit dem Lösen der Feder zugleich das enthaltene Gas, welches durch den Funkendes Piezoeffekts entzündet wird. In der Heizungstechnik und bei Durchlauferhitzern für Warmwasser ("Boiler") dient der Piezozünder dem Entfachen der Flamme einer Gastherme.

Gasheizung mit Piezoeffekt zur Zündung
Modulierende Brennwert-Gastherme

Der Piezozünder in der Heiztechnik

Gasthermen dienen der Warmwasserversorgung für das Brauchwasser und die Heizung in Haushalten. Moderne Gasthermen sind mit einem Piezozünder ausgestattet, der die Flamme zum Erhitzen des Wassers immer dann entzündet, wenn Gas ausströmt. Ältere Modelle waren derart konstruiert, dass fortwährend eine Flamme brannte, was den Gasverbrauch unnötig in die Höhe trieb und hohe Energiekosten zur Folge hatte.

Mit einem Piezozünder wird diese Verschwendung an Erdgas vermieden. Sobald im Haushalt das warme Wasser oder die Heizung aufgedreht wird, fließt Wasser durch die Gastherme. Damit wird automatisch das Gasventil geöffnet und die Zündung ausgelöst, welche die Flamme entfacht. Ein Wärmetauscher überträgt die Hitze der Flamme auf das Wasser und erwärmt es auf besonders hygienische Art und Weise ("warmes Frischwasser / Warmwasser-Bereitung"). Sobald der Hahn oder die Heizung zugedreht wird, schließt sich auch das Gasventil wieder. Auf diese Weise wird nicht mehr Energie verbraucht, als zur reinen Warmwasserversorgung notwendig ist. Andere Heizungsarten wie die Pelletsheizung funktionieren gänzlich anders und können auf Bauteile wie einen solchen Zünder gänzlich verzichten.