Optimale Größe einer Solaranlage

Größe von Photovoltaik-Solaranlagen

Bei Solaranlagen zur Stromerzeugung gilt im Prinzip der Grundsatz: Je größer, desto besser. Der Grund dafür ist recht simpel. So wird der produzierte Strom nach dem EEG (Gesetz für erneuerbare Energie) in das öffentliche Stromnetz eingespeist oder an Ort und Stelle selbst verwendet (Eigenverbrauch). Beides wird durch die gesetzlich verankerte Einspeisevergütung garantiert und entlohnt. Dadurch rentieren sich große Solaranlagen in besonderem Maße. So muss der Stromversorger dem Besitzer einer Solaranlage nach dem EEG eine gesetzlich festgelegte Vergütung je eingespeister Kilowattstunde entrichten. Dabei wird der vereinbarte Preis für 20 Jahre garantiert. Demzufolge wäre es nahe liegend möglichst die gesamte Dachfläche für Photovoltaik-Module zur Verfügung stehen, da die garantierte Einspeisevergütung erst ab einer Größe von 100 KW Nennleistung abnimmt.

 

Größe von Solarthermie - Solaranlagen

Um die optimale Größe von thermischen Solaranlagen zu bestimmen, müssen einige Faktoren bekannt sein. Hierzu zählen die Haushaltsgröße und der Wärmebedarf, also wie oft die einzelnen Haushaltsmitglieder beispielsweise duschen oder Wäsche waschen. Bei thermischen Solaranlagen wird zusätzlich zwischen einem generell kleinen Typ zur reinen Warmwasserbereitung und der größeren Typ an Solaranlagen zur zusätzlichen Heizungsunterstützung unterschieden. Im Vordergrund vieler Interessenten stehen prinzipiell das Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie die Umweltbilanz von Solaranlagen. Zu große Solaranlagen mit riesiger Kollektorfläche erhöhen vielleicht den Solarertrag im Winter, führen jedoch auch zu Unmengen an überschüssiger Wärme in den sonnigen Monaten. Ebenso sind entsprechende Überlegungen hinsichtlich der Speichergröße in der Solarthermie anzustellen.

Der Wärmebedarf eines Gebäudes mit einer Haushaltsgröße von 4 Personen ist naturgemäß größer, als der Wärmebedarf bei einer Haushaltsgröße von nur 2 Personen. Im ersten Fall wird die Heizung im Winter in weitaus mehr Räumen genutzt und als im zweiten Fall. Auch werden 4 Personen naturgemäß sehr viel häufiger duschen als 2 Personen.

Eine Solaranlage arbeitet am effizientesten, je besser sie auf den Bedarf des Hauses zugeschnitten ist. Der Solarkollektor sollte weder zu klein noch zu groß sein. Dasselbe gilt für den Wärmespeicher. Dient die Solaranlage der Wassererwärmung, sollte der Solarkollektor eine Kollektorfläche von etwa 1,5 Quadratmeter pro Person im Haushalt haben. Fällt die Entscheidung nicht auf Flachkollektoren, sondern auf Vakuumröhrenkollektoren, reduziert sich die optimale Kollektorfläche auf einen Quadratmeter pro Person und ermöglicht auf diese Art und Weise kleinere Solaranlagen und lässt beispielsweise auf dem Dach noch Platz für Photovoltaik-Module.

 

Solaranlagengröße: Warmwasserbedarf & Heizbedarf

Die Größe von einem Wärmespeicher richtet sich nach dem Warmwasserbedarf der Bewohner. Dabei sollte prinzipiell beachtet werden, dass duschen im Gegensatz zu einem Vollbad Wasser spart. Pro Person muss mit einem täglichen Wasserverbrauch von 40 Liter Wasser mit einer Temperatur von etwa 45 Grad gerechnet werden. Der tägliche Warmwasserbedarf aller Personen muss nun mit zwei multipliziert werden. Dieser Wert dient zur ersten Orientierung, wie groß der Wärmespeicher im Zusammenspiel mit einer Solaranlage sein sollte. Eine solche Planung kann jährlich bis zu 60% Energieeinsparungen bringen. Zu große Wärmespeicher führen leider auch zu höheren Bereitschaftsverlusten und verhindern ein schnelles Abrufen der gespeicherten Wärme.

Soll die Solaranlage hingegen zusätzlich die Heizung versorgen ["Heizungsunterstützung"], ist der Solarkollektor und der Wärmespeicher größer zu planen, da sie mehr Leistung zu erbringen haben. Die Haushaltsgröße spielt hier eine besondere Rolle, da in der Regel in jedem bewohnten Raum eine Heizung existiert. Vielmehr zählen bei der solaren Heizungsunterstützung die zu beheizende Raumfläche, sowie der vorhandene Dämmstandard des Gebäudes. Es existieren enorme Unterschiede bezüglich der Bausubstanz; ein modernes Passiv - oder Niedrigenergiehaus benötigt lediglich ein Bruchteil an zusätzlicher Wärmeenergie verglichen mit einem einfachen Nachkriegsbau.

 

Die optimale Solaranlagen-Größe: Eine Faustregel

Als Faustregel für die Größe einer Solaranlage: Hier gilt für die Kollektorfläche eine Größe von rund 4 Quadratmeter pro Person und 60 Liter pro Quadratmeter für den Wärmespeicher. Gerade die optimale Speichergröße wird bei der Planung und Berechnung von Solarwärmeanlagen oftmals zuwenig Augenmerk geschenkt. Niedrige solare Erträge und eine geringe Gesamteffizienz des Solarsystems sind die Folge. Fachleute sind bei der Berechnung sehr hilfreich, eine erste Annäherung bietet Ihnen jedoch auch das Online-Tool zur Berechung von Solaranlagen.

Warmwasserbereitung Personenanzahl

Warmwasser+Heizung 
Personenanzahl

Flachkollektor Solaranlage

Röhrenkollektor Solaranlage

bis 2

-

3,5 - 4,0m²

3 - 3,5m²

2-4

-

4,5 - 5,5m²

3 - 3,5m²

4-6

bis 3 +Heizen

6 - 6,5m²

4,5 -  5,5m²

5-8

bis 4 +Heizen

7 - 8,5m²

6 - 7m²

7-10

bis 5 +Heizen

9 - 11m²

7,5 - 8,5m²

9-12

bis 6 +Heizen

12 - 14,5m²

9 - 9,5m²

11-15

bis 7 +Heizen

16 - 18m²

12 - 12,5m²

Paradigma Lexikon

Fachbegriffe der Solarthermie, Photovoltaik, Heizungen und aus dem Themengebiet der erneuerbaren Energien und Umwelttechnik. Das Lexikon - für komplexe Technik und Funktionsweisen. 

Lexikon von Paradigma, einem führenden Hersteller umweltfreundlicher Gas- und Pelletsheizungen sowie von thermischen Solaranlagen für Warmwasser und solares Heizen.

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