Peak OilUnter Peak Oil wird die maximale globale Förderrate
des Erdöls verstanden. Über den Zeitpunkt, wann es zum Peak Oil kommt,
wird seit Jahren spekuliert. Sicher hingegen ist eine Auswirkung auf die
Energiepreisentwicklung, denn mit dem Erreichen dieses Maximums werden
die Ölpreise aufgrund stagnierender oder sinkender Fördermöglichkeiten
unweigerlich steigen. Diese Tatsache bedeutet jedoch zugleich eine
Chance für erneuerbare Energien. 
Grafik: Peak Oil
Peak Oil ist seit 1956 im
Gespräch, als der Ölexperte Marion King Hubbard den Status der Förderung
einzelner Ölquellen auf die weltweite Förderrate übertrug. Er
prognostizierte aufgrund seiner Berechnungen den Zeitpunkt für den "Peak Oil" zum
Jahr 2010 (für die USA). In den vergangenen Jahren bestätigten zunehmend auch andere
Experten eine zeitnahe drohende Ölknappheit und die daraus resultierende
Energiepreisentwicklung. Strittig ist, ob es zu abrupt steigenden
Preisen oder einer allmählichen Entwicklung kommen wird. Im Zuge dieser
Diskussionen wurden alternative Energien als Alternative zu fossilen Brennstoffen immer interessanter. Dem
gegenüber steht die Meinungen weiterer Fachleute, dass aufgrund
ausreichender Ressourcen der Peak Oil noch in weiter Ferne liege. Damit
bliebe genug Zeit zur Entwicklung neuer Technologien für andere
Energiequellen und der Energiepreisentwicklung müsse keine Beachtung
geschenkt werden. Bereits im Jahr 2008 hatten die Ölpreise ein kurzfristiges Maximum erreicht. Ob dies mit der Peak Oil gleichzusetzen ist oder die
Ursache in der Inflation liegt, ist strittig. Nach einer
Inflationsbereinigung sanken die Preise wieder. Seitdem ist eine
schwankende Energiepreisentwicklung zu beobachten, wobei sich der Preis für Öl langsam aber stetig wieder seinen Höchstständen annähern zu scheint. Zugleich wuchs in den vergangen Jahren, nicht zuletzt auf Grund der Debatte um den Klimawandel und der globalen Erwärmung das
Bewusstsein für energiesparende Maßnahmen und erneuerbare
Energiequellen. Letztere können jedoch nicht das gesamte Spektrum
abdecken, so dass beispielsweise für Treibstoff weiterhin auf Erdöl als
Rohstoff zurückgegriffen wird. Inwieweit sich die Nutzung alternativer
Energien tatsächlich auf die Energiepreisentwicklung auswirkt, wird
kontrovers diskutiert. Ungeachtet des Zeitpunkts der Umstellung auf alternative Energieträger bei der Heizung oder der Mobilität darf zudem die Rolle des Öls in der chemischen Industrie oder beispielsweise der Lebensmittelherstellung in Form von Dünger nicht ausgeschlossen werden. Diese Branchen sind derzeit noch hochgradig von der Verwendung von Erdöl abhängig und können nicht wie beispielsweise der Normalbürgen vermehrt auf den Einsatz von Pelletsheizungen oder thermischen Solaranlagen zur Wärmeerzeugung zurückgreifen, sondern sind auf den Einsatz einer Ölheizung - mit oder ohne Brennwerttechnologie - angewiesen. Energiepreisentwicklung verschiedener BrennstoffeDie Grafik verdeutlicht das derzeitige Preisniveau und vergleicht die Kosten fossiler und erneuerbarer Energieträger, gemessen an den jeweiligen Brennstoffkosten zur Energieerzeugung.

Grafik: Energiepreisentwicklung in ct/kWh Erneuerbare Energien als Konsequenz des Peak Oil
Die Nutzung erneuerbarer Energien wie
Biomasse und Biokraftstoff soll den Peak Oil - oder zumindest die Auswirkungen auf die
Energiepreisentwicklung - hinauszögern. Als Energiequelle dienen
verschiedene zucker- und ölhaltige Pflanzen sowie Cellulose aus
Pflanzen. Daneben steigt die Entwicklung elektronisch betriebener
Motoren, womit weitere natürliche Energiequellen nutzbar gemacht werden
können, welche das Erdöl ersetzen sollen. Trotz dieser Maßnahmen wird
ein stetiger Rückgang der Rohölreserven letztendlich nicht aufzuhalten
sein. Im Zuge der Marktwirtschaft kann nicht sicher angenommen werden,
dass die Nutzung erneuerbarer Energiequellen einer steigenden
Energiepreisentwicklung entgegenwirkt. Mit der höheren Nachfrage
erweitern sich die Absatzmöglichkeiten, wodurch sich die Anbieter
alternativer Energien den Ölpreisen anpassen können. Die Annahme
von Peak Oil zieht eine weitere Dynamik mit sich, welche sich direkt auf
die Energiepreisentwicklung auswirkt. In Zeiten unattraktiver
klassischer Anlagemöglichkeiten nimmt die Anzahl der Investoren an den
Terminbörsen zu. Insbesondere bei periodisch niedrigeren Ölpreisen
werden Kontrakte abgeschlossen. Alleine auf Vermutungen beruhend, dass
diese zu einem bestimmten Zeitpunkt steigen würden, hat dies unmittelbar
einen tatsächlichen Preisanstieg zur Folge. Daneben tragen politische
Unruhen in den Exportländern unabhängig von Peak Oil zu einer steigenden
Energiepreisentwicklung bei. LexikonZurück zum Online Lexikon der Paradigma Deutschland GmbH mit allen Artikeln in der Übersicht.
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