Kaminofen Der moderne Kaminofen vereinigt die Vorteile des
geschlossenen Ofens mit der Ästhetik des Kaminfeuers. Da erste, teils
noch sehr einfache Kaminöfen aus Skandinavien stammten, erhielten sie
auch den Beinamen "Schwedenöfen", auch wenn sie aus Dänemark kamen.
Heute produzieren zahlreiche renommierte deutsche und österreichische
Firmen Kaminöfen. Sie sind vor allem dort verbreitet, wo es in großem
Umfang Brennholz als Ofenholz, oder neuerdings auch Holzpellets zu günstigen Preisen gibt. Ein
Hauptargument für den Kaminofen ist seine inzwischen hohe
Energieeffizienz und die Kohlendioxid-Neutralität für die Umwelt.
Kaminofen - der Begriff Nach
architektonischen Kriterien bezeichnet man solche Öfen als Kaminöfen,
die nicht fest mit der Architektur verbunden sind, also bei einem Umzug
samt Bodenplatte, als Mobiliar mitgenommen werden können. Der Brennraum
(Heizeinsatz) ist durch eine feuerfeste Glasscheibe in der Türe zur
Feuerkammer einsehbar und vermittelt dadurch den anheimelnden
Kamin-Effekt. Das Feuer im Kaminofen wird nur temporär und eher
kurzfristig entzündet. Ein wandgestützter "Kaminofen" und andere
Ofenkonstruktionen mit Glastüren, wie Grundöfen und Wandkamine
(Heizkamine), werden normalerweise nicht zu den Kaminöfen gerechnet.
Eine Sonderform des Kaminofens ist der Pelletofen, der als
Dauerbrandofen mit automatischer Beschickung konstruiert ist. Er hat
ebenfalls ein Sichtfenster und ist zumindest theoretisch transportabel.
Die mechanische Abbrandregelung eines Pelletofens kann auch bei
hochwertigen Kaminöfen integriert sein, allerdings ohne
Brandgut-Nachführung.
Die Energienutzung beim KaminofenDer
Kaminofen nutzt die Hitze des Feuers gleichzeitig durch Lufterhitzung
mit Zirkulation (Konvektionswärme) und durch die Wärme-Abstrahlung der
Außenwände (Strahlungswärme im Infrarot-Bereich). Beim Vorläufer des
Kaminofens, dem Kanonenofen, wird praktisch nur die Strahlungswärme des
Ofenkörpers und des Ofenrohres genutzt. Beim Kaminofen kann die Abwärme
der Verbrennungsgase durch Umlenkung wesentlich effizienter genutzt
werden.
Ein offener Kamin hat eine Effizienz von rund 15 Prozent. Einfache Öfen
und Heizkamine kommen bis auf 50 Prozent. Ein moderner Kaminofen mit gut
geregelter Luftzufuhr und Niedrigtemperatur-Ablufttechnik
(Clean-Burn-Technik) kann eine Effizienz von rund 80 Prozent erreichen.
Man heizt dadurch weniger zum Schornstein hinaus. Die Effizienz besagt
aber noch nichts über die Nutzungsverteilung.
OfentypenJe nach Einsatzgebiet und Kubatur des beheizten Raumes gibt es
verschiedene Grundkonstruktionen. Für große, hallenartige Räume,
halboffene Terrassen und insbesondere Werkstätten haben sich so genannte
Werkstattöfen ohne Feuerrost bewährt. Sie liefern mit Frontalluft
besonders schnell Konvektionswärme und wenig Strahlungswärme. Dafür
speichern sie aber in ihren Stahlblechkonstruktionen ohne
Schamott-Einlage und Mantelungen kaum Wärme. Die Glut hält aber den Ofen
lange warm. Bekannte Marken wurden dabei zum Synonym, vor allem der
Bullerjan. Er wurde ausgehend von einer kanadischen Erfindung in
Deutschland perfektioniert und gilt auch im Rahmen der Innenarchitektur
von Wohnräumen als eine Art Kultgegenstand. Ein Standard Kaminofen hat typischerweise eine Rost für die
Unterluft-Zufuhr und einen mit Schamott ummantelten Brennraum. Die
gefaltete Abgasführung, teilweise mit einer Nachbrennkammer, wird von
einem Steinmantel umhüllt, der besonders wärmespeichernd ausgelegt ist.
Der Speichermantel kann natürlich der Innenarchitektur angepasst werden.
Besonders beliebt sind wegen ihres thermischen Verhaltens
Keramikkacheln, die durch eine künstlich vergrößerte Oberfläche
besonders viel Strahlung abgeben. Speckstein, Marmor und Granit werden
häufig vorrangig aus ästhetischen Gründen im Heizungsbau gewählt. Ein typischer
Holz-Kaminofen hat eine Verteilungsquote von 70 Prozent Konvektionswärme und
30 Prozent Strahlungswärme. 
Der wasserführende Kaminofen - Ergänzung der SolarthermieIn
dieser besonderen Bauform des Kaminofens ist ein zusätzlicher
Wärmetauscher (Warmwasser Wärmetasche) eingebaut, der an das
Heizungssystem eines Hauses oder einer Etagenwohnung mit eigenem Wasser-Wärmespeicher angeschlossen wird. Die Wasserführung des Kaminofens
wird über eine eigene Einspeisung mit dem Brauchwasserkessel nutzbar
gemacht. Ein direkter Anschluss an den Heizkreislauf ist nicht möglich.
Von der hohen Energieausbeute, die eine Effizienz von über 80 Prozent
erreichen kann, kommt durchschnittlich ein Drittel der direkten Heizung
zugute. Zwei Drittel werden im Brauchwasser verwendet. Eine ideale
Kombination an Energiequellen ergibt sich aus dem gleichzeitigen
Anschluss eines wasserführenden Kaminofens und eines thermischen
Solarkollektors. Im Winter heizt überwiegend der Kaminofen das
Brauchwasser auf, im Sommer der thermische Kollektor, und in der
Übergangszeit kommt es zu einem Mix aus Biomasse und der Solarthermie. Fossile Brennstoffe werden dadurch
nur noch ausgleichend und für die Spitzenlast eingesetzt. An einen
thermischen Kreislauf mit einem Kaminofen kann natürlich auch eine
Wärmepumpe angegliedert werden. Die hohe Abhängigkeit vom Primärstrom
hat das Interesse an Wärmepumpen aber deutlich reduziert, während der
Kaminofen, auch unter dem Aspekt des Niedrigenergie-Haushalts, im
Vormarsch ist. Es war ein langer Weg in der Geschichte vom Franklin Stove
(Pennsylvania Fireplace), eine Erfindung Benjamin Franklins (1742),
eines durchwegs praktisch denkenden Gründervaters der USA, bis zum
modernen hocheffizienten Kaminofens.
Solar Lexikon Das Online Solarlexikon des Herstellers von thermischen, Solaranlagen, Pelletkessel und Gasheizungen mit moderner Gasbrennwerttechnik, der Paradigma Deutschland GmbH aus Karlsbad. Als Europas größter Anbieter von Pelletsheizungen, hat Paradigma mit der Serie Pira Sento und Pira Vivo sowohl Holzkaminöfen, als auch Pelletkaminöfen im Programm. Für Wasserführende Öfen empfiehlt Paradigma das Sortiment des Tübinger Herstellers wodtke.
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