High-Flow Solaranlagen

In der Solartechnik, speziell in der Disziplin der Solarthermie, existieren vier Varianten bezüglich des Volumenstroms im Solarkreislauf: LowFlow, High-Flow, Matched Flow und das Drain-Back - Prinzip für Solarthermieanlagen (Solaranlagen für Solarwärme).


Das High-Flow Prinzip in der Solartechnik

So genannte "High-flow Solaranlagen" zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit vergleichsweise viel Solarflüssigkeit, bezogen auf einen Quadratmeter Kollektorfläche betrieben werden. Im Gegensatz zum Low-Flow-Prinzip liegt der Volumenstrom bei High-Flow Solaranlagen zwischen 30 und 80 Liter je Quadratmeter installierter Kollektorfläche Bei der Alternative, dem Low-Flow-Prinzip, beträgt der Volumenstrom in etwa 7- 25l Liter. High-Flow Solaranlagen sind am weitesten verbreiten. Die auffälligste Eigenschaft des High-Flow-Prinzips ist die hohe Durchflussgeschwindigkeit, bei relativ geringer Erwärmung der Solarflüssigkeit (Wasser-Frostschutzgemisch bei einem Flachkollektor, oder das Paradigma AquaSystem mit reinem Wasser als solares Wärmeträgermedium ("Solarflüssigkeit") für eine thermische Solaranlage.

 

High-Flow-Prinzip in der Solarthermie: Die Vorteile

Wärmeverluste treten insbesondere bei hohen Kollektorbetriebstemperaturen auf; ein schneller Abtransport gewonnener Solarwärme bei High-Flow - Solaranlagen wirkt diesem unerwünschten Effekt entgegen. Darüber hinaus erzielt ein Solarkollektor insbesondere dann hohe Wirkungsgrade, sofern er in seinem optimalen Temperaturniveau arbeitet. Das High-Flow Prinzip kühlt insofern durch den raschen Abtransport  der gewonnenen Solarwärme den Solarkollektor herunter. Gegenüber dem Low-Flow Prinzip ist auch die Anschaffung eines komplexen Speichers mit Eigenschaften zur möglichst optimalen thermischen Schichtung eher nachrangig.

 

    Schneller Abtransport der gewonnenen Solarwärme tendenziell geringe Wärmeverluste aufgrund niedrigem Temperaturniveau im Kollektor

Schonend für Kollektor und Anlagenzubehör, da niedrige Temperaturen und Vermeidung der Gefahr einer künstlichen Alterung der Solarflüssigkeit ("Cracken"). Simples Solarwärmesystem, da meist auch kein komplexer Schichtenspeicher von Nöten

 

Nachteile von High-Flow Solaranlagen

Hohe Volumenströme ziehen einen hohen Strombedarf der Solarpumpe nach sich, so dass die Betriebskosten einer thermischen Solaranlage nach High-Flow-Prinzip höher liegen. Noch entscheidender dürfte die Tatsache des nur langsamen Erwärmens des Speichers sein; warmes Wasser steht erst nach relativ langer Zeit zum Abruf bereit, da der Wärmespeicher nur relativ langsam mit Solarenergie in Form von Wärme beladen wird.

Hohe Durchflussgeschwindigkeit zieht hohen Stromverbrauch durch die Solarpumpe nach sich (Betriebskosten) Highflow führt zu einer relativ langsame Erwärmung des Wärmespeichers; die gewonnene Solarwärme ist steht nicht schnell zum Abruf für Dusch-, Wasch- und Heizzwecke bereit.Die Wärme beim "Kaltstart" und schnellem Wärmeabruf muss tendenziell eher über den zentralen Heizkessel gewonnenen werden. Dieser erzielt durch häufigeres "takten" einen niedrigeren Wirkungsgrad, was auch der Langlebigkeit des Kessels entgegenwirkt.

 

Lexikon der Heiztechnik und Solarthermie

Fachbegriffe der Solarthermie, Photovoltaik, Heizungen und aus dem Themengebiet der erneuerbaren Energien,  komplexe Technik und Funktionsweisen im Online Solar Lexikon von Paradigma, einem führenden Hersteller umweltfreundlicher Gas- und Pelletsheizungen sowie von thermischen Solaranlagen für Warmwasser und solares Heizen.

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