Heizwärmebedarf

Der Heizwärmebedarf eines Hauses beziffert
im Heizungsbau die Energie, die zur Beheizung des Gebäudes
notwendig ist. Die Angabe des Bedarfs erfolgt in
Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohn- und
Nutzfläche pro Jahr (Einheit: kWh/m²a). Der
Energiebedarf für die Haustechnik sowie für die
Warmwasseraufbereitung ist hierbei nicht berücksichtigt,
gleiches gilt für den Energiebedarf einer eventuell vorhandenen
Klimaanlage. Auch Kellerräume bleiben bei der Berechnung
des Bedarfs an Wärme unberücksichtigt.

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Wie setzt sich der Heizwärmebedarf zusammen?

Der Heizwärmebedarf eines Gebäudes muss folgende Wärmeverluste ausgleichen:

  •   Verlust durch Transmissionswärme

  •   Verlust durch Lüftungswärme

Verlust durch Transmissionswärme entsteht durch Wärmeabgabe des Gebäudes an die Umgebung über die geschlossenen Fenster, Türen und Außenwände in Folge einer schlechten Dämmung. Unter Verlust durch Lüftungswärme versteht man den Wärmeverlust durch offene Türen und Fenster und kann beispielsweise durch die Installation einer Anlage zur Wärmerückgewinnung deutlich verringert werden. Die Verlustwärme muss durch entsprechende Wärmezufuhr oder -Erzeugung durch einen Kaminofen, Heizkessel oder eine Solaranlage ausgeglichen werden, um eine angenehme Raumtemperatur zu gewährleisten. Faktoren zur Wärmegewinnung sind beispielsweise Körperwärme der Bewohner, Wärme, die von elektrischen Geräten erzeugt wird, sowie Sonneneinstrahlung auf das Gebäude und natürlich die Gebäudeheizung.

 

Der Heizwärmebedarf aus heutiger Sicht

Die Wärmeisolierung von Neubauten wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte erheblich verbessert, nicht nur aufgrund ständig steigender Energiepreise, sondern auch durch die Vorgaben durch gesetzlicher Vorschriften. Dennoch beträgt der Heizwärmebedarf eines deutschen Durchschnittshauses ca. 160 kWh/m²a, Grund ist der vorhandene Häuserbestand mit ungenügender Isolierung und Dämmung. Für heutige Neubauten gilt ein maximaler Heizwärmebedarf von 70 kWh/m²a als Standard. In Brennstoffen bedeutet das ca. 7 Kubikmeter Erdgas, beziehungsweise 7 Liter Heizöl. Das so genannte Passivhaus kommt mit noch weniger Energie aus. Für ein Passivhaus beträgt der Heizwärmebedarf maximal 15 kWh/m²a. Dies wird erreicht durch optimale Dämmung der Außenwände und des Daches, durch dreifach verglaste Fenster und durch eine Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung, durch die das Lüften bei geöffneten Fenstern (Verlust durch Lüftungswärme) vermieden werden kann.
Geheizt wird in erster Linie mit Solarenergie und durch die Nutzung interner Wärmequellen, wie beispielsweise die Körperwärme von Personen oder die abgegebene Wärme durch elektrische Geräte.

 

Fazit

Die genaue Berechnung des Heizwärmebedarfs von Wohnhäusern dient der Optimierung des wärmetechnischen Verhaltens. Auf dieser Basis können die Ziele geplanter Energieeinsparmaßnahmen wie der Heizungswechsel oder eine solare Nachrüstung miteinander verglichen und bewertet werden. Schwachstellen lassen sich ermitteln und der wirtschaftlichen Optimierung des Energiebedarfs steht nichts mehr im Wege. Der Druck durch steigende Energiepreise und durch den Gesetzgeber wird den Sanierungsprozess des Gebäudebestandes im Rahmen der angestrebten Energiewende sicherlich zusätzlich beschleunigen.

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