GeothermieIn den letzten Jahrzehnten wird ein besonderes
Augenmerk auf die regenerativen Energiequellen der Erde gelegt, speziell der Geothermie, da diese
unerschöpflich und umweltfreundlich. Die
Geothermie bzw. Erdwärme ist im zugänglichen Teil der Erdkruste, ab
ungefähr 1,5m Tiefe, gespeicherte Wärme. Die Wärme der Geothermie kann
unabhängig von der Jahreszeit oder Witterung genutzt werden, denn ab 10
Meter Tiefe herrscht in der Erdkruste eine konstante Temperatur von 10
Grad Celsius, die pro 100m um drei Grad ansteigt. Da die Temperatur
unseres Planeten zu 99 Prozent höher als 1.000 Grad Celsius ist, eignet
sich Wärme entweder direkt zum Heizen oder Kühlen am Wärmemarkt oder
indirekt zur Erzeugung von Strom. Der Begriff Geothermie wird dabei
sowohl für die Nutzung der Erdwärme als auch für die wissenschaftliche
Untersuchung des thermischen Zustandes der Erde verwendet.
Entstehung der GeothermieDie
Frage die sich jetzt stellt ist, woher kommt eigentlich die Geothermie?
Die Wissenschaftler schätzen an, dass noch ca. 30-50 Prozent der
Erdewärme aus der Restwärme aus der Zeit der Erdentstehung stammen. Der
Restliche Teil entsteht durch die ständig stattfindenden natürlichen,
radioaktiven Zerfallsprozesse von langlebigen Isotopen im Erdinneren.
Zudem wirken in den Oberflächenschichten noch die Sonne und die erwärmte
Luft auf die Erdkruste ein und erwärmt diese.
Nutzung der GeothermieBei
der Geothermie handelt es sich um eine langfristige und erneuerbare
Energiequelle. Allein die Vorräte der Erdwärme, die sich in nur drei
Kilometer Tiefe befinden, könnten rein theoretisch den Energiebedarf der
gesamten Welt für 100.000 Jahre decken. Im Moment kann aber nur ein
geringer Teil dieser Wärme, die sich in der Erdkruste befindet,
technisch genutzt werden und die Auswirkungen auf die Erdkruste bei
einem umfangreichen Abbau der Wärme sind zudem noch nicht ausreichend
erforscht. Grundsätzlich kann man beim Abbau der Geothermie
zwischen der direkten Nutzung der Wärme und der indirekten Nutzung
unterscheiden. Die direkte Nutzung umfasst die Nutzung der Wärme selbst,
wenn diese zum Heizen benutzt wird. Bei der Stromgewinnung aus der
Geothermie wird die indirekte Nutzung angewendet.
Geschichte der Geothermie
Analog zur Geschichte der Solarthermie, wurde die kostenlose Energiequelle aus dem Erdreich bereits in der Antike genutzt. Bereits in sehr
frühen Zeiten, nämlich im römischen Kaiserreich, wurden die heißen
Quellen zu heiltherapeutischen Zwecken eingesetzt und im 14. Jahrhundert
existieren die ersten Anfänge eines geothermischen Fernwärmenetzes. Heute
wird die Geothermie hauptsächlich zum Heizen und Kühlen verwendet.
Mittels Wärmepumpen kann die Wärme aus tiefen Geothermien angehoben
werden und dann zur Erwärmung von Häusern oder zur
Warmwasseraufbereitung verwendet werden. Auch die natürliche
Kühlung von Gebäuden durch Prozesswärme ist möglich. Dabei wird Wasser mit der Temperatur
des flachen Untergrundes des Hauses direkt zur Kühlung eingesetzt.
Dadurch könnten weltweit viele elektrische Klimageräte ersetzt werden,
jedoch wird diese Kühlung bis heute eher selten eingesetzt, obwohl das
Potential dieser Nutzungsform sehr hoch wäre.
Stromerzeugung durch die Geothermie
Die bekannteste
Form der indirekten Nutzung ist die Erzeugung von Strom, die zum ersten
Mal 1914 von einem italienischen Grafen eingesetzt wurde. Wenn eine
Geothermie zur Erzeugung von Strom angewendet wird, muss die Wärme
mindestens 100 Grad Celsius betragen und erst bei Temperaturen von 150
Grad kann die Quelle direkt zum Antrieb einer Turbine eingesetzt werden. Durch
ein neues Verfahren, Organic-Rankine-Cycle (=ORC), ist es möglich ab
einer Erdwärme von 80 Grad Strom zu produzieren. Hier wird ein
organisches Medium eingesetzt, das bei sehr niederen Temperaturen
verdampft und so die Turbine zur Stromerzeugung antreiben kann. Diese
Kraftwerke müssen ausreichend gesichert werden, da diese Medien entweder
sehr leicht entzündlich oder giftig sind. Die Geothermie stellt
eine grundlastfähige Gewinnungsform für Ökostrom dar. Dies bedeutet, dass diese
Kraftwerke ständig und immer nahe der Vollbelastung betrieben werden
können, um die Grundversorgung mit dem ständig benötigten Strom
sicherzustellen.
AusblickDie Geothermie wird in Zukunft
immer häufiger in die politischen Diskussionen über die zukünftige
Energieversorgung einbezogen werden. Da die Preise für fossile
Brennstoffe, wie Öl oder Erdgas, ständig steigen, benötigen wir im Zuge der Energiewende eine
langfristig gesicherte Energieversorgung, die flexibel genutzt werden
kann. Lexikon Die Paradigma Deutschland GmbH bietet mit dem Solar Lexikon einen Einblick in die Funktionsweisen und Technologien aus dem Ressort der erneuerbaren Energien. Paradigma selbst ist ein Hersteller umweltfreundlicher Heiztechnik und Anbieter von thermischen Solaranlagen für die Warmwasser-Bereitung, solaren Heizungsunterstützung und CO2-neutralen Pelletkessel. Paradigma Lexikon, zurück zur Übersicht mit allen Artikeln.
|