Endlager

Der Begriff Endlager, oder auch Endlagerstätte findet meist im Zusammenhang der Problematik der Entsorgung radioaktiver Stoffe, aber auch von anderen gefährlichen Substanzen wie CO2, in der öffentlichen Diskussion Verwendung. Angesichts der angestrebten Energiewende, hin zu einem nachhaltigen und sauberen Energiemix zur Strom - und Wärmeerzeugung gilt die Debatte des richtigen Umgangs mit den radioaktiven Überbleibseln des Atomzeitalters in Deutschland als eines der stärksten Gegenargumente der Nukleartechnologie.

Endlager: Lagerstätte für radioaktive Abfälle in Deutschland

Endlagerstätte für radioaktive Abfälle des Atomzeitalters | © pigmentum - Fotolia.com

Durch den geplanten Atomausstieg der Bundesregierung in Folge der Katastrophe, die sich bei den japanischen Atommeilern Daiichi in Fukushima abspielten, gelten nun verbindliche Fristen bezüglich der Restlaufzeiten. Bis zu diesem Datum im Jahr 2022 fällt weiterer Atommüll an, wobei selbst für die bis dato angehäuften Mengen bislang kein schlüssiges Gesamtkonzept zur langfristigen Lagerung besteht. Die Endlagerung radioaktiver Stoffe ist insbesondere durch die Tatsache, dass der erzeugte Müll noch über Jahrtausende strahlt, äußerst problematisch. Viele nachfolgende Generationen werden mit unserer Hinterlassenschaften der Kraftwerke des Nuklearzeitalters belastetet sein. Selbst in trockenen, stabilen Stollen und Gruben kann die Lagerung der Substanzen nur unter ständiger Aufsicht von Statten gehen. Die Kosten und Risiken der bislang ungelösten Endlagerdebatte werden wie selbstverständlich auf nachfolgende Generationen abgewälzt. Die Betreiber der Atommeiler in Deutschland bildeten keine entsprechenden Rückstellungen und wälzen das Problem auf die Bundesregierung und somit der Allgemeinheit ab.

Potentielle Endlager für Atommüll in Deutschland

Die beiden (potentiellen) deutschen Endlager in Morsleben und Salzstock Asse werden immer mehr von der Bevölkerung boykottiert. Die Transporte des in diesen beiden Fällen hochradioaktiven Atommülls werden immer wieder aufgehalten und für Demonstrationen genutzt, um weitere Bevölkerungsteile über die Gefahren der Nukleartechnologie aufzuklären. Hier ist man sich einig, der Atomstrom ist nicht zukunftsträchtig und zerstört unsere Erde. Zu den Ängsten der Atomkraftgegner zählt insbesondere das Risiko, das radioaktive Stoffe in das Grundwasser oder durch Diffusion langfristig in die Bios- und Atmosphäre gelangen könnten.

Radioaktiver Abfall mit geringerer Halbwertszeit (< 30 Jahre) sollen nach aktuellen Plänen im Schacht Konrad bei Salzgitter in Niedersachsen endgelagert werden. Deutschland kann auch angesichts der angestrebten Energiewende und eines Uran- freien Energiemix nicht von einem auf den anderen Tag aus der Atomkraft aussteigen. Dort muss zuerst die Suche nach alternativen anstehen. Hierzulande werden erst 17% der Energie durch so genannten regenerativen, also erneuerbare Energiequellen wie der Windkraft, Biomasse oder Solartechnik gewonnnen. Solange dieser Prozentsatz nicht deutlich ansteigt, muss der Großteil der Bevölkerung wohl weiter mit Atomstrom versorgt werden und die Endlager bestehen bleiben. Auch wenn die Kritik immer weiter steigt und die Endlager bald vollkommen ohne Fürsprecher auskommen müssen, ist Deutschland sicherlich noch ein paar Jahre an den Atomstrom gebunden, ehe sich das Potential der erneuerbaren Energien hin zu mehr Ökostrom entfaltet.

Lexikon

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