DesertecSolarstrom aus der Wüste: Das Desertec Projekt
Erneuerbare Energien und insbesondere die Solarthermie sind eine feine Sache. Das hat auch die Desertec Foundation begriffen, die mit Solarstrom aus der Wüste den Hunger nach Strom insbesondere in Europa decken will. Dabei vertraut Desertec darauf, Solarthermie in einem Solarkraftwerk aus der sowieso fast das ganze Jahr über unter Sonneneinstrahlung befindlichen Sahara im Norden Afrikas zu gewinnen, um den erzeugten solaren Wüstenstrom anschließend durch spezielle Hochspannungsleitungen bis nach Europa transportieren zu können. 
Das Desertec Projekt: Geplante Infrastruktur in Europa und Nordafrika. Die roten Quadrate spiegeln die benötigte Fläche und Größe von Solarkraftwerken dar um die Welt oder Europa vollständig mit Wüstenstrom zu versorgen. Quelle: DESERTEC Foundation, www.desertec.org Breite Unterstützung für Desertec aus Industrie und Wirtschaft
Die Energiegewinnung durch Kohle oder Öl droht irgendwann im Laufe dieses Jahrhunderts zusammenzubrechen. Aus diesem Grund wurde die Dii GmbH gegründet, die bis zum Jahr 2012 ein Konzept vorlegen soll, das finanzierbare Investitionen im Zusammenhang mit Solarstrom und Solarthermie auf diesem Gebiet aufzeigt. Zu den Gründungsmitgliedern gehören beispielsweise auch Energieriesen wie E.ON und RWE, so dass das Desertec Konzept und die Energiegewinnung durch Solarstrom in einem Solarkraftwerk durchaus ernst genommen werden sollte. Auch Unternehmen aus Italien, Frankreich und einigen afrikanischen Ländern wie Ägypten und Marokko haben bereits finanzielle Unterstützung für den sauberen Solarstrom zugesichert. Wie funktioniert Solarthermie beim Desertec-Projekt?Paradigma Solarthermieanlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser zeigen bereits: Das Prinzip von Solarthermie ist nicht auf den europäischen und afrikanischen Raum beschränkt. Da die Sonneneinstrahlung in den Wüsten offensichtlich am höchsten ist, soll in der Sahara durch ein riesiges Parabolrinnenkraftwerk ausreichend Strom gesammelt werden können, um Verbrauchszentren mit Energie beliefern zu können. Denn in ebenjenen Wüsten selbst leben naturgemäß nur wenige Menschen, die dann auch meist keinen Bedarf für Strom haben. Durch den Mangel an natürlichen Ressourcen wird Solarstrom jedoch in Zukunft in Europa, den USA und auch Asien eine immer größere Rolle spielen, so dass bereits jetzt über die Umwandlung der Sonnenenergie in Solarstrom in einem solarthermischen Kraftwerk nachgedacht wird. Zu Beginn der ausgelobten Energiewende soll besonders im Nahen Osten und in Nord-Afrika auf Solarthermie gesetzt werden. Ziel von Desertec ist es, per Solarkraftwerk die dort befindlichen Länder größtenteils versorgen zu können. Der Eigenbedarf wird durch ein Solarkraftwerk nicht sofort gedeckt werden können; langfristig ist jedoch genau dies das Ziel. Durch die Solarthermieanlagen soll so viel Solarstrom erzeugt werden können, dass die genannten afrikanischen Länder und einige im Nahen Osten nicht mehr auf Kohle oder andere fossile Brennstoffe angewiesen sein sollen - ausschließlich Solarthermie soll diese Länder dann speisen und die Kosten der Energieerzeugung. Ab 2020 soll dank Desertec schließlich Energie aus einem Solarkraftwerk durch HVDC-Leitungen in Form von Gleichstrom nach Europa und somit auch nach Deutschland transportiert werden. Durch die Solartechnik sollen dann laut den Plänen des beteiligten Konsortiums etwa 15% des gesamten Strombedarfs des Kontinents gedeckt werden. 
Parabolrinnenkraftwerk Andasol © Solar Millenium AG Warum hat sich Desertec Afrika ausgesucht?Der Grund für die Fokussierung der Gewinnung von Solarstrom auf Afrika ist recht simpel. Erstens bedeutet die dortige Solarkonstante und Globalstrahlung eine herausragende Energiegewinnung durch Solarthermie in einem Solarkraftwerk. Zwar gibt es auch in Europa Potential für die Energieerzeugung durch erneuerbare Energien; der dicht besiedelte Kontinent macht es jedoch schwer, an vielen Orten Energie durch beispielsweise Wasser- oder Windkraft erzeugen zu können. Schließlich kann man die Bürger nicht zu diesem Zweck aus ihren Umgebungen "verjagen". Die Sahara hingegen - welche, wie gesagt, nur als Beispiel dient, denn das Konzept von Desertec erlaubt theoretisch auch Solarthermie in allen anderen Wüsten und Breitengraden dieser Welt - ist dünn bis gar nicht besiedelt. Ein Solarthermie-Kraftwerk stört dort niemanden, und die Gewinnung von Solarstrom fügt dieser Region der Erde erstmalig sogar einen für den Menschen erkennbaren Nutzen hinzu. Die geografische Nähe zu Europa ist ein weiterer Grund, warum sich der Norden Afrikas für Desertec und die Erzeugung von Solarstrom anbietet. Desertec und Solarthermie: Der Umwelt zuliebe?Es darf nicht vergessen werden, dass Solarstrom aus einem Solarkraftwerk außerdem zu den sauberen Energien zählt. Jedes gewonnene Megawatt an Ökostrom ersetzt ein durch beispielsweise Kohlekraftwerke erzeugtes Megawatt. So werden CO2- Emissionen reduziert, was nachhaltig und langfristig dem Klima des Planeten Erde zugute kommen wird. Durch die gewaltigen Anforderungen an ein solches Projekt werden durch Desertec zudem auch hierzulande wertvolle Arbeitsplätze in der Umwelttechnik oder den Ingenieurswissenschaften geschaffen und eine sehr viel bessere Infrastruktur bereitgestellt werden können. Gerade im Norden Afrikas könnte Solarthermie und der damit verbundene Arbeitsplatz in einem Solarkraftwerk für viele Menschen so zu einer echten Zukunftsperspektive werden. Wüstenstrom: Wie sieht die Zukunft aus?Die Solarthermie blickt bereits wie kaum eine andere Energiequelle auf eine lange Geschichte zurück: Die thermische Nutzung der Solarenergie wird im Laufe der kommenden Jahrzehnte angesichts der Endlichkeit fossiler Brennstoffe sicherlich eine immer größere Rolle spielen. Konkret für das Desertec Projekt und die beteiligten Firmen des Solar-Konsortiums bedeutet das: Ein Solarkraftwerk in dieser Dimensionierung kostet natürlich Milliarden, welches die Länder und Institutionen zuerst bereitstellen müssen. Da die zu erwartenden Gewinne aus Solarstrom und jedoch die Kosten der Solarthermie-Kraftwerke übersteigen werden, gibt man sich zuversichtlich, bis zum Jahr 2050 etwa 25% des gesamten europäischen Strombedarfs durch Solarstrom von Desertec via Solarkthermiekraftwerke decken zu können. Probleme des Desertec Projekts
Neben der Finanzierungsfrage wird bezüglich des ambitionierten Destertec Projekts zudem über die Speicherung der Solarwärme derzeit rege debattiert. Zur Diskussion stehen beispielsweise riesige Wärmespeicher, die durch eine Befüllung mit einer Art Salzlauge besonders gut zur Wärmespeicherung geeignet scheinen. Diese Speichergröße ermöglicht es auch ohne Sonnenschein Solarstrom zu produzieren und somit starken Schwankungen (leider ein häufiger Nachteil der erneuerbaren Energien) vorzubeugen. LexikonFachbegriffe der Solarthermie, Photovoltaik, Heizungen und aus dem Themengebiet der erneuerbaren Energien, komplexe Technik und Funktionsweisen im Online Solar Lexikon von Paradigma, einem führenden Hersteller umweltfreundlicher Gas- und Pelletsheizungen sowie von thermischen Solaranlagen für Warmwasser und solares Heizen.
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