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Hydraulischer Abgleich

Was ist ein Hydraulischer Abgleich von Heizungen? Im Heizungsbau und der Heiztechnik dient ein hydraulischer Abgleich einer gleichmäßigen Wärmeversorgung aller angeschlossenen Räume. Alle Heizkörper und Heizflächen, darunter fallen neben Radiatoren auch eine Fußbodenheizungen oder Wandheizungen, werden hierbei von einer bestimmten Vorlauftemperatur durchströmt um das Ziel eines gleichen Temperatur-Niveaus und Wärmekomforts im ganzen Haus zu erreichen. Die Grafik verdeutlicht, dass sämtliche angeschlossene Heizkörper des Kreislaufs dieselbe Wärmemenge bekommen und diese in die Umgebung emittieren. Ohne diese Maßnahme werden die nahen Heizkörper zu heiß, die weiter entfernten jedoch deutlich zu kalt!

Das Wichtigste im Überblick

+ Die Wärme soll in ausreichender Menge dorthin, wo sie benötigt wird.

+ Alle Komponenten des Systems müssen aufeinander abgestimmt werden.

+ Wichtig: Der richtige Wasser- und Anlagendruck. Falsche Drücke verhindern u.U. das Öffnen und Schließen der Ventile.

+ Das Einsparpotential durch einen hydraulischen Abgleich liegt bei (bis dato unoptimierten Systemen) bei rund 15 Prozent.

Hydraulischer Abgleich  visuell dargestellt

Der Hydraulischer Abgleich nach einer Berechnung. In allen Räumen herrscht die dieselbe Temperatur und die Heizkörper werden entsprechend mit ausreichender Wärmemenge versorgt. Selbst das letzte Glied am Ende der Kette weist in Folge dieselbe Temperatur-Niveau auf. Ohne Abgleich wäre es deutlich kälter. Durch die gleichmäßige Erwärmung steigt das Delta zwischen heißem Vorlauf (70° C) und kalten Rücklauf (45° C) auf 25 Kelvin.

ohne Abgleich herrscht ein Ungleichgewicht
Heizsystem ohne hydraulischen Abgleich verursacht unnötig hohe Kosten

Warum macht ein hydraulischer Abgleich der Heizung Sinn?

Der wesentliche Grund für hydraulischen Abgleich ist die Tatsache, das durch eine Optimierung des Volumenstroms und dessen Vorlauftemperatur große Mengen an Energie einzusparen sind. In der Regel hat der Betreiber einer Heizung nach einem hydraulischen Abgleich zu erwarten:

  1. Niedrigere Heizkosten
  2. Weniger CO2-Emissionen durch eingesparten Brennstoff.
  3. Geringere Betriebskosten, beispielsweise in Folge optimierter Pumpendrehzahl und Volumenstrom. 
  4. Ein Anstieg des Komforts durch ein gleichmäßiges Temperatur- und Wohnklima.

Wie erkenne ich, ob bei mir ein Abgleich durchgeführt werden sollte?

 

  • Es werden nicht alle angeschlossenen Heizkörper und Heizflächen (Fußbodenheizung oder Wandheizungen) warm. Die ersten sind sehr heiß, andere sehr jedoch sehr kalt.
  • Die Ventile der Heizkörper sind laut, zumeist eine Folge eines zu hohen Anlagendrucks. Die Ventile reagieren, ebenfalls in Folge zu hohen Drucks, nicht gemäß der eingestellten Parameter zur Aufrechterhaltung eines bestimmten Temperaturniveaus in den einzelnen Räumen.
  • Schlechter Nutzungsgrad des Gesamtsystems durch zu hohe Temperaturen im Vorlauf als auch im Rücklauf des Heizsystems.
  • Verringerter Wirkungsgrad der Wärmequelle, oftmals in Verbindung mit stark schwankenden Volumenströmen:

 
Zugegeben, für Laien sind diese Merkmale eines fehlenden Abgleichs äußerst schwer zu erkennen und fast nur durch hohe Heizkosten zu aufzudecken. Aber hierfür gibt es ja zum Glück Fachmänner aus dem Heizungsbau. 

 

 

Gesetzliche Bestimmungen: Die DIN EN 1283

Der Gesetzgeber gibt die Notwendigkeit eines hydraulischen Abgleichs eines Heizsystems vor; Handwerker müssen im Sinne der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB - Teil C) den Nachweis eines durchgeführten Abgleichs zur Benennung des Wärmebedarfs und des Volumenstroms erbringen. So ist beispielsweise eine neue Pelletsheizung nur in Verbindung mit einem erbrachten hydraulischen Abgleich durch das Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, förderfähig.

 

Hinweis: Hydraulischer Abgleich & BAFA- Förderung für Solaranlagen.

Ab dem 01. September 2011 ist der Hydraulische Abgleich des Heizsystems bei der Installation einer neuen thermischen Solaranlage, die neben der reinen Warmwasser-Bereitung auch zur Heizungsunterstützung dient, zum Erhalt der BAFA Förderung durch das Marktanreizprogramm ebenfalls vorgeschrieben. Eine aktuelle Übersicht aller BAFA Förderungen für Heizungen und Solar, sowie zinsgünstige Darlehen der KfW Bank und regionale Fördermittelzuschüsse finden Sie stets aktualisiert in der Fördemitteldatenbank.

Hydraulischer Abgleich: Durchführung mit Thermostatventilen und Rücklaufverschraubungen

Das Ziel: Gleichmäßige Wärme bei geringeren Kosten

Wenn Sie heute ein Haus bauen wollen, oder schon Besitzer eines Eigenheimes sind, stehen Sie vor dem Problem der richtigen Wärmeverteilung in Ihrem Haus. Gerade in Zeiten, in denen Energieversorgung und Energieersparnis in den Fokus aller gerückt sind, ist der sparsame Umgang mit Energie von großer Bedeutung. Dazu bedarf es die Optimierung Ihrer Heizungsanlage. Die Anzeichen die ein Eingreifen notwendig erscheinen lassen sind unübersehbar beziehungsweise unüberhörbar. Wenn Heizkörperventile zu laute Geräusche abgeben weil der Druck im Ventil zu groß ist. Weil zu hohe Temperaturen benötigt werden, um eine Unterversorgung auszugleichen oder weil die eingesetzten Hochleistungs-Pumpen in der Anschaffung viel zu teuer sind. All diese Merkmale deuten darauf hin, dass kein optimales Betriebsverhalten vorhanden ist und somit ein erheblicher Mehrverbrauch an Heizungs- und Stromenergie aufgebracht werden muss.

Ein hydraulischer Abgleich spart leicht Energie und garantiert eine bedarfsgerechte Wärmeverteilung im ganzen Haus. Die unterschiedliche Anzahl von Außenwänden Ihrer Zimmer hat zur Folge dass jedes Zimmer einen anderen Wärmebedarf aufweist. Trotz identischer Größe der Heizkörper. Selbst Räume die näher am Heizkessel liegen weisen eine dauerhaft höhere Temperatur auf als die anderen. Bedingt durch unterschiedliche Längen und Dicke der Wasserrohre. Um eine gleichbleibende Wärme in allen Räumen zu gewährleisten, wurde in solchen Fällen bisher die Temperatur des Vorlaufs der Heizung oder die Leistung der Heizungsumwälzpumpe einfach erhöht. Vordergründig scheint das Problem durch diese Maßnahmen gelöst. Die Wirklichkeit zeigt aber, dass das ein kostenträchtiger Trugschluss ist und ein hydraulischer Abgleich von Nöten. Durch die höher gestellte Leistung werden zwar kühlere Räume wärmer, bereits ausreichend gewärmte Räume lassen sich jedoch kaum durch Lüften abkühlen. Neben den unangenehmen Geräuschen durch höhere Pumpenleistung ist ein höherer Energieverbrauch nur eine logische Folge.

Das Abgleichen setzt die Ungleichheit der Wärmezufuhr in die richtige Ballance. Um diese zu realisieren, bedarf ein hydraulischer Abgleich das Erfassen der:

 

  1. Außenflächen Ihres Hauses
  2. Anzahl Ihrer Heizkörper
  3. sowie eine fachmännische Software- Auswertung und das Feinjustieren und Einstellen aller Faktoren.

 
Ein hydraulischer Abgleich ist auch nachträglich möglich, wenn die dafür erforderlichen Thermostatventile oder Strangdifferenzdruckregler vorhanden sind. Die Folge ist, dass die Anlage mit einer optimal niedrigen Volumenmenge auskommt und betrieben werden kann.

Thermostatventil
Thermostatventil

Ein Thermostatventil an allen angeschlossenen Heizkörper regelt den jeweiligen Durchfluss anhand eines zuvor eingestellten Kennwerts. Diese Parameter des Abgleichs sollten zuvor von einem Planer ermittelt werden. Alternativ zu diesem Prinzip via KV Kegel existiert mit Rücklaufverschraubungen.

Um die Durchflussmenge für jeden Heizkörper voreinzustellen, werden entweder Thermostatventile mit Durchflusskennwert (angepasste kV-Kegel) eingesetzt und der berechnete Wert eingestellt oder durch die Rücklaufverschraubungen werden die Durchflusswiderstände reguliert. Auch hier ist eine Einstellung entsprechend der Berechnung möglich.

Thermostat für den hydraulischen Abgleich
Thermostat-Regler für Radiatoren

Heizungsbau & Solar Lexikon

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Solar Lexikon

 

Bildnachweis: Erschrocken von der Heizkostenabrechung - © Markus Bormann - Fotolia.com | Thermostatventil-Durchgangsform Firma Danfoss, www.danfoss.com | Thermostatventil Heimeier - www.heimeier.com