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Grundlast

Definition: Unter der Grundlast versteht man die minimale Netzbelastung in den Stromnetzen der Bundesrepublik Deutschland.

Dies bedeutet, die Grundlast bezeichnet den niedrigsten Stromverbrauch im Laufe eines Tages. Die Grundlast lag zuletzt bei 40 GW(Gigawatt). Die Spitzenlast, also der höchste Stromverbrauch im Laufe eines Tages, schwankt zwischen 75 und 80 GW. Der Durchschnittswert wird als Mittellast bezeichnet. Der Stromverbrauch in der Bundesrepublik erlebt seine täglichen Spitzenwerte morgens, mittags und abends. In der Nacht ist der Verbrauch dagegen am geringsten. Die Grundlast hängt folglich von den Stromquellen ab, die in der Nacht aktiv sind. Diese sind: Straßenlaternen, Dauerverbraucher in Haushalten wie verwendete Steckdosen oder in Strom-basierte Heizsysteme wie Wärmepumpen, sowie durchgehend oder nur nachts produzierende Industrieanlagen.

Kraftwerke für die Grundlast
Bisher: Atommeiler zur Abdreckung der Grundlast © Tom Bayer - Fotolia.com

Deckung der Grundlast

Die Grundlast wird durch so genannte Grundlastkraftwerke gedeckt. Dies sind Kraftwerke, die einen möglichst geringen Kosteneinsatz für die Herstellung von Strom haben und nahe an der Volllast betrieben werden können und sollen. Generell arbeiten in Deutschland traditionell Gas- und Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke und Ökostrom-Kraftwerke zur Deckung der Grundlast. Bei den Ökostrom Kraftwerken kommen vor allem Windkraft, Biomasse und Wasserkraft zum Einsatz. Derzeit wird bereits etwa ein Viertel der Grundlast durch Ökostrom abgedeckt, wobei die Solartechnik der Photovoltaik aufgrund der relativ schwachen Globalstrahlung in deutschen Breitengraden bislang eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Ökostrom
Ökostrom Steckdose © DeVIce - Fotolia.com

Energiewende und Ökostrom: Die Auswirkungen

Generell lautet das Ziel der deutschen Energiepolitik, so viel Prozent wie irgendwie möglich durch Ökostrom abzudecken. Dabei weist das System allerdings derzeit einen Konstruktionsfehler auf. Das Energieeinspeisegesetz schreibt vor, dass, falls vorhanden, Strom, der aus Windkraft gewonnen wurde, in das deutsche Stromnetz eingespeist werden muss. In diesen Momenten müssen die auch produzierenden anderen Kraftwerke gegenüber dem Ökostrom zurückstehen. Dies ist allerdings teuer erkauft. Damit der Ökostrom ins Netz eingespeist werden kann, fahren die anderen Kraftwerke herunter (oder "fahren ab"). Sobald die Energie durch Ökostrom aufgebracht ist, fahren sie wieder an. Experten nennen das "Windaussetzer". Durch das An- und Abfahren verbraucht das Kraftwerk jedoch mehr Energie, als wenn es den Strom zusätzlich zum Ökostrom ins Netz eingespeist hätte. Dies liegt daran, dass die Kraftwerke, wie beschrieben eigentlich auf eine Dauernutzung unter Volllast ausgerichtet sind und ein häufiges An- und abfahren bei der Errichtung eigentlich nicht vorgesehen war.

 

 

Strombörse ermöglicht freien Stromhandel

Der Strommarkt wird in Deutschland auf drei unterschiedlichen Märkten vollzogen: auf dem Spotmarkt, dem OTC-Markt und beispielsweise an den Strombörsen in Frankfurt am Main oder Leipzig in Sachsen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Ökostrom oder um Strom aus Kernenergie oder fossilen Energieträgern geht. Auf dem so genannten Spotmarkt regeln Angebot und Nachfrage die Preise für Strom, und zwar für jede Stunde des folgenden Tages. Dieser Markt umfasst ungefähr 15 bis 20 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Über den Handel mit Strom, der nicht über eine Strombörse durchgeführt wird ("Over the Counter" Markt) wird nahezu das Dreifache des in Deutschland verbrauchten Stroms gehandelt. Über Termingeschäfte werden zukünftige Stromlieferungen abgewickelt. Das Volumen dieser Handelsgeschäfte übersteigt das Gesamtvolumen deutlich (Mehrfachhandel).

Aufgrund der Liberalisierung des deutschen Strommarktes durch die Beschlüsse in Berlin hat sich vor allem hinsichtlich der Preisentwicklung Einiges getan. Vielleicht wissen Sie, dass erst durch die Einführung der Strombörse der freie Handel mit Strom möglich wurde. Stromanbieter können via Strombörse Überkapazitäten in unterschiedlichen Strompaketen bündeln und an Investoren verkaufen. Im Umkehrschluss ist es aber ebenso möglich, bei Engpässen Strom über die Strombörse einzukaufen. Die an der Strombörse gehandelten Produkte unterliegen festgelegten Standards, um so den Handel von Stromerzeugern, Großkunden und Stromhändlern untereinander zu ermöglichen.

Energiepreissteigerungen und Auswege

Wie an der Wertpapierbörse wird der Preis an der Strombörse ebenfalls über Angebot und Nachfrage reguliert. Ein Kritikpunkt, der alle Beteiligten nachhaltig beschäftigt, sind die Absprachen einzelner Stromanbieter untereinander. Dadurch ist unter Umständen weder ein geregelter Handel noch ein geregelter Wettbewerb an der Strombörse möglich. Auch die Tatsache, dass Verträge mit ständigen sinkenden Vertragslaufzeiten abgeschlossen werden trägt dazu bei, dass der Strompreis mehreren, ganz unterschiedlichen Faktoren unterworfen ist (Beispiel: Klimaeinflüsse). Damit lassen sich die beachtlichen, in regelmäßigen Abständen aufgetretenen Preissteigerungen für Sie als Privatkunde erklären. Auch die Ereignisse in Japan (Fukushima) und politische Entscheidungen sind für die Preisentwicklung des Stroms an der Strombörse in Leipzig mitverantwortlich. Für 2012 werden im Zuge des Atom-Moratoriums und die geplante neue Zusammenstellung des Energiemixes erneute Strompreissteigerungen erwarte. Eine gute Alternative hin zu mehr Unabhängigkeit vor der Energiepreisentwicklung verspricht die energetische Modernisierung des Eigenheims durch weniger Verbrauch, als auch durch regenerative Maßnahmen, basierend auf natürlichen Energiequellen wie Pelletsheizungen oder gar thermische Solaranlage für Warmwasser und die Heizung.

Solar Lexikon